Hysterie des Körpers: Der Lauf meines Lebens

Hysterie des Körpers: der Lauf meines Lebens - Joey Kelly, Ralf Hermersdorfer Joey Kelly ist im Jahr 2010 in knapp drei Wochen ca. 900 km von Wilhelmshaven auf die Zugspitze gelaufen. Er war ganz allein und hat sich lediglich von dem ernährt, was die Felder und Obstbäume im September in Deutschland hergeben. Übernachtet hat er in einem Wald oder in einer Hütte auf einem Feld. Er war ganz allein unterwegs. Der Erlebnisbericht von Joey Kelly über den Lauf seines Lebens, wie dieser im Buch genannt wird, ist für mich als Joggerin unglaublich interessant gewesen. Er beschreibt, wie er nicht nur einmal an seine körperliche Grenze gestoßen ist, wie der Hunger ihn fast an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Joey Kelly hat dennoch nicht aufgegeben. Er hat sein Ziel erreicht. Wir erfahren, wie das Leben in der Großfamilie gewesen ist, von bettelarmen Menschen bis zu den gefeierten Rockstars. Er lässt uns am Familienleben teilhaben und erfahren, wie das Laufen überlebensnotwendig für ihn geworden ist. Interessant zu lesen waren für mich solche Wahrheiten, dass er ohne das Joggen die laufenden Belastungen als Kopf der Kelly Family nicht hätte bewältigen können. Durch das Joggen hat er sich Freiräume geschaffen und konnte vom Alltag abschalten. Der Sport ist ein guter Trainer, um im Leben zurechtzukommen. Das kann ich mit ganzem Herzen unterstreichen. Ich habe großen Respekt vor den Leistungen des Joey Kelly. Warum er allerdings so ernst auf dem Cover in die Kamera schaut, ist mir ein Rätsel.